Das erste Tanzkleid
...gab es mit 18, erinnerte sich einst meine Mutter.
Das Ereignis war damals Grund genug, extra ein Fotoatelier in der Stadt aufzusuchen. Für die Erfüllung des Kleiderwunsches waren seitens meiner Mutter (Foto) außer den Ersparnissen vom bescheidenen Lohn aus der Posamentenfabrik noch viele zusätzliche Stunden Heimarbeit an den langen ergebirgischen Winterabenden notwendig.


Im Trend der Zeit...
...waren auch um 1939 Kleidung, Frisuren, Spielzeug und Accessoires bei den Jüngsten. Ein ausgestopftes (Schaukel-)Pferdchen galt schon um die Jahrhundertwende als Statussymbol bürgerlicher Familien. In einem Fotoatelier, wie hier in Weipert im Böhmischen, durfte das fotografische Beiwerk nicht fehlen.
Das Foto, vor über 60 Jahren aufgenommen, zeigt mich mit meiner älteren Schwester Magdalena.





Obligatorisch
...waren die Klassenfotos schon früher und sie sind es auch noch heute. An diesem Klassenfoto von 1910/11 einer 1. Klasse fiel mir der aufwendige Rand auf. Der Fotograf im damaligen Weipert (heute Vejprty) verschönte seine Klassenfotos liebevoll damit. Das Foto zeigt die Dorfschulklasse in Weipert-Neugeschrei. Unter den Kindern befindet sich meine Tante Marie.
Vogtländische Hutznstub
Ursprünglich war die Hutzenstube eine Arbeitsstube. Um Kosten für das Heizen zu sparen und der Geselligkeit wegen kamen die Klöpplerinnen aus der Nachbarschaft in einer Stube zur Rix (Reihe) zusammen. Dabei kam es zum Schwof (Unterhaltung) und manch ein Lied wurde gesungen. Abends kamen die Männer oder jungen Burschen um ihre Frauen abzuholen. Dabei blieben sie gern bei einem "Tippel" (Topf) Malzkaffee oder "Rährnkuchn" (Röhrenkuchen). Man erzählte und neckte sich.
Was stand auf dem Speiseplan?
Im Kurs „Haushaltungskunde“ an der Bürgerschule in Weipert (in Böhmen) lernten auch im Jahre 1925 ausschließlich Mädchen die Kunst des Kochens, Backens und Garnierens. Ein kredenztes Fertigprodukt auf dem Tisch zierten sogar „Sternschmeißer“ (Wunderkerzen würden wir heute sagen). Was aber genau stand an der Tafel geschrieben? Dazu wäre allerdings das Beherrschen der alten „Deutschen Schrift“ notwendig. Wer kann helfen? . . .
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